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Geschichte

Erbaut wurde das heute zu den Baudenkmählern gehörende Gebäude in den Jahren 1909 / 10 von dem Aachener Architekten R. Lamm. Das Gebäude ist bedeutend für die Stadt Hattingen, weil es die Stelle des wichtigsten Ruhrübergang markiert und der an dieser Stelle befindliche Hof einer der drei großen Domänenhöfe Welpers war, der unmittlerbar dem Landesherren unterstand.

An diesem Hof waren eine „Fährgerechtigkeit“ (Fährkonzession) sowie Brennereirechte gekoppelt. Weitere Ruhrübergänge (z.B. Blankenstein) waren von geringer Bedeutung. Der zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Staatseigentum befindlicher Hof wurde 1826 verkauft. Die seit dem Mittelalter bezeugte Fähre bestand bis zum Bau einer ersten Brücke im Jahre 1910.
 
Nach dem Bau der Brücke, die wegen des Fährerechts zunächst Mautpflichtig war, gab es Hofeigentümer die Fährkonzession zurück und Betrieb stattdessen, neben seinem Hof, die gleichzeitig mit dem Bau der Brücke errichtete Gaststätte, zu dem auch einige Hotelzimmer gehörten.

Die Brücke wurde Ende 1963 für den Straßenverkehr gesperrt. Erst 1980 wurde die neu errichtete Koster-Brücke, die einige hundert Meter flussabwärts gebaut wurde, dem Verkehr übergeben. Die alte Brücke wurde abgerissen, die Auflager neben der Gaststätte sind noch vorhanden, wurden jedoch durch eine neue Betonwand verdeckt. Die Kopfplatte dient heute als Freisitz.

An Erhaltung und Nutzung besteht ein öffentliches Interesse aus wissenschaftlichen, in diesem Fall insbesondere baugeschichtlichen Gründen. Das Gebäude ist ein bedeutendes Beispiel für ein Gasthaus und Hotelbau der Reformzeit kurz vor dem ersten Weltkrieg. Um die Jahrhundertwende wurde der an geschichtlichen Baustilen orientierte Historismus durch mehrere unterschiedliche Architekturströmungen abgelöst, von denen der so genannte Jugendstil und der Heimatstil die bekanntesten sind. Eine dritte Variante, hier in Anlehnung an Architekturhistoriker als Reformstil bezeichnet, ging vom Vorbild der Architektur um 1800 aus und übernahm daraus die regelhafte Gliederung von Fassaden, die kubischen Baukörper sowie die ruhigen Dächer, fügte aber häufig verschieden geformte Baukörper und Dächer zusammen, so dass die Gebäude insgesamt ein „malerisches“ Bild (so der häufig verwendete Begriff) bieten. Das Gasthaus und Ruhrhotel „An der Kost“ ist für Hattingen-Welper ein bedeutendes Beispiel dieser Stilrichtung.

© RuhrHotel "An der Kost"

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